Teleskopprothese & Teleskopversorgung
Herausnehmbarer Zahnersatz, der auf Ihren eigenen Zähnen oder auf Implantaten fest sitzt, ohne sichtbare Klammern.

Worum es geht
Wenn nur noch wenige eigene Zähne vorhanden sind, muss Zahnersatz zwei Dinge leisten: sicher halten und die verbliebenen Zähne schonen. Die Teleskopversorgung verbindet beides. Sie arbeitet nach dem Doppelkronen-Prinzip: Auf den Pfeilern, das können eigene Zähne oder Implantate sein, sitzen fest verankerte Innenkronen, in der herausnehmbaren Prothese die passenden Außenkronen. Beide gleiten beim Einsetzen ineinander wie ein Teleskop, daher der Name. Sind keine geeigneten eigenen Zähne mehr vorhanden, übernehmen Implantate die Pfeilerfunktion.
Wie die Teleskopprothese hält
Einsetzen
Die Prothese wird von oben auf die Innenkronen geschoben.

Sicherer Halt
Innen- und Außenkronen greifen passgenau ineinander, das gibt der Prothese ihren Halt.

Eingesetzt
Eingesetzt sitzt sie fest, von außen ist nichts zu sehen.

Herausnehmen
In derselben Richtung lässt sie sich zum Reinigen wieder abnehmen.

Vorteile auf einen Blick
Fester Sitz ohne Haftcreme.
Gleichmäßige Kraftverteilung auf die Pfeiler.
Keine sichtbaren Halteelemente.
Zum Reinigen abnehmbar, die Innenkronen putzen Sie wie eigene Zähne.
Bei späterem Pfeilerverlust meist anpassbar statt neu.
Wie wir vorgehen
- Fester Sitz durch Haftreibung, ohne Klammern und ohne Haftcreme
- Die verbliebenen eigenen Zähne werden als Pfeiler erhalten und gleichmäßig belastet
- Weil eigene Zähne den Halt übernehmen, lassen sich chirurgische Eingriffe für Implantate häufig vermeiden oder auf wenige Implantate reduzieren
- Auch auf Implantaten möglich, als alleinige Pfeiler oder kombiniert mit eigenen Zähnen
- Erweiterbar, falls später ein Pfeilerzahn verloren geht
- Herausnehmbar und dadurch gut zu pflegen
- Digitale Verfahren, wo sie die Präzision erhöhen: Intraoralscan statt Abdrucklöffel und computergestützt gefertigte Teleskopkronen (CAD/CAM)
- Anfertigung bei Zahntechnik-Meistern in der Region
So läuft die Behandlung ab
- Beratung und Befund. Wir prüfen, welche Zähne als Pfeiler taugen oder ob Implantate diese Aufgabe übernehmen sollen, und besprechen, ob die Teleskopversorgung für Sie die beste Lösung ist oder eine andere.
- Heil- und Kostenplan. Sie bekommen den Plan schriftlich und reichen ihn bei Ihrer Kasse ein. Erst wenn der Zuschuss geklärt ist, geht es los.
- Vorbereitung der Pfeiler. Eigene Pfeilerzähne werden schonend beschliffen und erhalten die fest sitzenden Innenkronen. Sind Implantate die Pfeiler, setzen wir die Innenkronen nach der Einheilung auf die Implantate. Wo es die Situation erlaubt, erfassen wir die Pfeiler digital mit dem Intraoralscanner, die Teleskopkronen werden computergestützt gefertigt (CAD/CAM). Bis zur Fertigstellung schützt ein Provisorium.
- Zahntechnik und Anprobe. Ihre Prothese entsteht bei Zahntechnik-Meistern in der Region. Bei der Anprobe prüfen wir Passform, Halt, Biss und Aussehen.
- Einsetzen und Feinjustierung. Wir setzen die Versorgung ein, üben mit Ihnen das Herausnehmen und Einsetzen und justieren bei den Kontrollen nach, falls nötig.
Für wen geeignet
Wenn nur noch wenige eigene Zähne da sind und Sie eine feste, unauffällige Versorgung möchten, bei der die eigenen Zähne so lange wie möglich erhalten bleiben. Auch ohne eigene Zähne ist die Teleskopversorgung möglich, dann übernehmen Implantate die Pfeilerfunktion. Teleskopprothesen fertigen wir seit Jahrzehnten, sie sind die besondere Stärke von Dr. Manfred Kinner. Patientinnen und Patienten kommen dafür aus dem gesamten Münchner Norden zu uns nach Feldmoching-Hasenbergl, manche von deutlich weiter her.
Gerade für ältere Patientinnen und Patienten hat die Teleskopprothese Vorteile: Sie lässt sich ohne Haftcreme einsetzen und herausnehmen, ist außerhalb des Mundes leicht zu reinigen und kann erweitert werden, wenn später ein weiterer Zahn verloren geht.
Teleskopprothesen im Vergleich: Teleskop, Klammern, Brücke oder Implantat?
Für einen stark reduzierten Restzahnbestand gibt es mehrere Wege. Welcher passt, hängt von Ihrem Befund ab: wie viele Zähne noch da sind, wie sie im Kiefer verteilt sind und wie stabil sie stehen. Die Übersicht zeigt, worin sich die Lösungen unterscheiden.
| Lösung | Wie sie hält | Was mit den eigenen Zähnen passiert | Wenn später ein Pfeiler verloren geht |
|---|---|---|---|
| Teleskopversorgung | Haftreibung der Doppelkronen. Fester Sitz, keine sichtbaren Halteelemente, keine Haftcreme. | Die Pfeilerzähne werden beschliffen und überkront. Dafür verteilt sich die Kaukraft gleichmäßig auf sie. | Lässt sich meist erweitern, die Prothese bleibt erhalten. |
| Modellgussprothese mit Klammern | Halt über Klammern an den Restzähnen. Je nach Position sind sie sichtbar. | Die Zähne bleiben unbeschliffen. Die Klammern belasten sie eher punktuell als flächig. | Eine Erweiterung ist möglich, je nach Konstruktion aber begrenzt. |
| Festsitzende Brücke | Fest zementiert, nichts wird herausgenommen. | Die Nachbarzähne werden beschliffen und überkront. Setzt ausreichend tragfähige Pfeiler in günstiger Verteilung voraus. | In der Regel ist eine Neuanfertigung nötig. |
| Implantatgetragener Zahnersatz | Halt über Implantate, fest oder herausnehmbar, je nach Konzept. | Vorhandene eigene Zähne bleiben unberührt. Voraussetzung sind ausreichend Knochen und ein chirurgischer Eingriff. | Hängt vom Konzept ab. Einzelne Implantate lassen sich meist ersetzen. |
Die Teleskopversorgung lässt sich mit Implantaten kombinieren: Wo eigene Pfeiler fehlen, übernehmen Implantate ihre Rolle. Die Implantation führt ein erfahrener kooperierender Spezialist durch, Planung und prothetische Versorgung liegen bei uns.
Wie lange hält eine Teleskopversorgung?
Bei dieser Frage lohnt es sich, zwei Dinge auseinanderzuhalten: die Prothese selbst und die Zähne, die sie tragen. Die Prothese selbst hält lange: In klinischen Untersuchungen zu Doppelkronen-Versorgungen waren nach durchschnittlich rund sechs Jahren, in Einzelfällen bis zu sechzehn Jahren, praktisch alle Versorgungen weiter in Funktion, und der Nachsorgeaufwand lag im Mittel deutlich unter einer Maßnahme pro Patient und Jahr.
Anders bei den Pfeilerzähnen: In denselben Untersuchungen blieben über diesen Zeitraum rund 85 bis 86 Prozent von ihnen erhalten. Darauf ist die Teleskopversorgung ausgelegt. Geht ein Pfeiler verloren, wird die Prothese erweitert statt neu angefertigt. Sind von vornherein nur noch sehr wenige und bereits geschwächte Zähne vorhanden, fallen die Zahlen erwartungsgemäß niedriger aus.
Was in Ihrem Fall realistisch ist, hängt vom Zustand der Pfeilerzähne, von der Mundhygiene und von regelmäßigen Kontrollen ab. Das besprechen wir bei der Beratung, auch dann, wenn eine andere Lösung die bessere wäre.
Quellen zu den genannten Zahlen: Frisch E, Ratka-Krüger P, Wenz HJ, Clinical Oral Implants Research 2015 (doi.org/10.1111/clr.12407). Rinke S et al., Journal of Prosthodontics 2015 (doi.org/10.1111/jopr.12214). Schuster L et al., Head & Face Medicine 2026 (doi.org/10.1186/s13005-026-00619-9). Die Zahlen stammen aus Gruppenuntersuchungen. Wie es bei Ihnen läuft, hängt von Ihrem Befund ab.
Ein Beispiel, wie es typischerweise abläuft
Das Beispiel ist erfunden, die Ausgangslage begegnet uns aber oft.
Im Oberkiefer stehen noch vier eigene Zähne, verteilt über beide Seiten. Bisher hält eine Klammerprothese, die beim Kauen kippt und deren Klammer beim Sprechen zu sehen ist. Die vier Zähne sind nicht mehr makellos, aber fest.
Nach Untersuchung und Röntgenbild zeigt sich: Alle vier taugen als Pfeiler. Sie bekommen Innenkronen, die Prothese die passenden Außenkronen. Vor Behandlungsbeginn steht der Heil- und Kostenplan mit dem Festzuschuss der Kasse und dem Eigenanteil. Bis zur Fertigstellung trägt der Patient ein Provisorium. Nach dem Einsetzen folgen ein bis zwei Termine zur Feinjustierung, weil sich Biss und Weichgewebe an die neue Situation gewöhnen.
Verliert dieser Patient in einigen Jahren einen der vier Pfeiler, wird die Stelle in die vorhandene Prothese eingearbeitet, er behält seine Versorgung. Bei einer Brücke würde derselbe Verlust meist eine Neuanfertigung bedeuten.
Was kostet eine Teleskopprothese?
Die Kosten hängen von der Zahl der benötigten Teleskopkronen, dem Material und Ihrer Ausgangssituation ab, deshalb können wir eine belastbare Zahl erst nach der Untersuchung nennen. Die gesetzliche Kasse beteiligt sich mit dem befundabhängigen Festzuschuss, und je nach Zahl und Verteilung der verbliebenen Zähne kann eine Teleskopversorgung sogar der Regelversorgung entsprechen. Ein regelmäßig geführtes Bonusheft erhöht den Zuschuss zusätzlich. Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie von uns einen schriftlichen Heil- und Kostenplan.
Fragen zur Teleskopprothese
Was ist eine Teleskopversorgung?
Ein herausnehmbarer Zahnersatz nach dem Doppelkronen-Prinzip: Auf den Pfeilern, eigenen Zähnen oder Implantaten, sitzen fest verankerte Innenkronen, in der Prothese die passenden Außenkronen. Beim Einsetzen gleiten beide ineinander, und die Prothese hält allein durch Haftreibung.
Für wen eignet sich eine Teleskopprothese?
Vor allem für Patienten mit wenigen verbliebenen eigenen Zähnen, die eine feste, unauffällige und langlebige Lösung wünschen. Die verbliebenen Zähne werden als Pfeiler genutzt und tragen die Prothese, chirurgische Eingriffe für Implantate lassen sich so oft vermeiden oder reduzieren. Auch ohne eigene Zähne möglich: Dann dienen Implantate als Pfeiler.
Geht eine Teleskopprothese auch ohne eigene Zähne?
Ja. Dann sitzen die Teleskopkronen auf Implantaten, der Halt ist derselbe. Die Implantate setzt ein Implantologe, mit dem wir seit Jahren zusammenarbeiten, Planung und Prothese kommen von uns.
Kommt eine Teleskopprothese im Oberkiefer ohne Gaumenplatte aus?
In vielen Fällen ja. Weil der Halt von den Teleskopkronen kommt und nicht vom Saugeffekt am Gaumen, kann die Prothese oft gaumenfrei oder mit deutlich verkleinerter Gaumenplatte gestaltet werden. Das verbessert Sprechen und Geschmacksempfinden. Ob das bei Ihnen möglich ist, hängt von Zahl und Verteilung der Pfeilerzähne ab.
Reichen zwei eigene Zähne für eine Teleskopprothese?
Oft ja. Schon zwei geeignete, günstig stehende Pfeilerzähne können eine Teleskopprothese führen, die Kaukräfte verteilen sich dann auf die Teleskopkronen und den Kieferkamm. Ob Ihre Zähne dafür stabil genug sind, klärt die Untersuchung.
Hält die Prothese wirklich fest?
Ja. Die Doppelkronen halten die Prothese durch Haftreibung, beim Essen und Sprechen sitzt sie ruhig. Zum Reinigen lässt sie sich trotzdem abnehmen.
Was passiert, wenn später ein Pfeilerzahn verloren geht?
Das ist ein Vorteil der Teleskopversorgung: Sie lässt sich meist erweitern, der Zahntechniker arbeitet die Stelle in die bestehende Prothese ein.
Wie lange hält eine Teleskopprothese?
Die Prothese selbst hält in aller Regel viele Jahre. Von den Pfeilerzähnen blieben in klinischen Untersuchungen über rund sechs Jahre etwa 85 Prozent erhalten, und geht ein Pfeiler verloren, wird die Prothese meist erweitert statt neu angefertigt. Die Zahlen und Quellen stehen oben im Abschnitt zur Haltbarkeit.
Wie pflege ich eine Teleskopprothese?
Nach den Mahlzeiten die Prothese herausnehmen und mit der Bürste reinigen, die Innenkronen im Mund wie eigene Zähne putzen. Dazu regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigung, dann hält die Versorgung viele Jahre.
Was zahlt die gesetzliche Kasse?
Die Kasse beteiligt sich mit dem Festzuschuss. Je nach Zahl und Verteilung der verbliebenen Zähne kann eine Teleskopversorgung sogar der Regelversorgung entsprechen. Was das für Sie bedeutet, steht vorab im schriftlichen Heil- und Kostenplan.
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